Kulturvermittlung Schweiz - Kunst? – ohne mich! 
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Kunst? – ohne mich!
Education Projekte sind schick. Schülergruppen in Museen zu Aktivitäten animieren, Jugendclubs an Theatern inszenieren. Das macht Sinn und ruft die Institutionen in die Verantwortung für einen kulturellen Generationenvertrag. Wie aber gehen wir mit der Mehrzahl der Jugendlichen um, die sich nicht freiwillig der Kunst zuwenden?
Seit Royston Maldooms RYTHM IS IT in den Kinos lief, stellen die Education Projekte die Hochglanzversion der Musik- und Theatervermittlung dar. Dabei darf man sich ruhig fragen, wo das romantisch dramatisierte Vorzeigeprojekt aus Berlin die Identität der beteiligten Schüler oder die Auseinandersetzung von Jugendlichen mit klassischer Musik, ihren Formen und Inhalten zum Ausdruck bringt. Dennoch war der Medien-Event auch für die Kunstvermittlung in Basel richtungsweisend. Nach intensiver Reflektion und Debatten in den Ressorts Kultur und Bildung gingen daraus die Education Projekte der Region Basel hervor. Sie werden nun im 5. Jahr von der Abteilung Kultur des Präsidialdepartements erfolgreich weitergeführt. Jedes Projekt zeigt eine Produktion, die professionelle Kunstschaffende gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern erarbeitet haben. Eindrücklich dokumentiert auf der Website www.educationprojekte.ch hinterlassen sie eine Erfolgsspur im Umdenken in Sachen Kulturvermittlung. Diese Leuchtturmprojekte sind Hoffnungsträger im Generationenauftrag der Musik- und Theatervermittlung insbesondere deshalb, weil sie Schülern Projektbeteiligung ermöglichen, die fern ab jeglicher ästhetischer Motivationsquellen aufwachsen; weil sie Bevölkerungsschichten in die Kulturtempel der Stadt einladen, die diese selten betreten. Eltern, Erzieher und Lehrer erleben dort nun nicht nur hochkarätige Orchestermusik, sondern sie treffen hier ihre Kinder in Inszenierungen mit Spitzenkünstlern aller Genres auf den grossen Bühnen der Stadt an.
Doch der Preis, den die Verantwortlichen dazu zu zahlen bereit sind, ist hoch. Finanziell geht es um riesige Produktionskosten und individuell geht es an die körperlichen und psychischen Grenzen der Beteiligten. Einen Praxiseinblick will der hier zugängliche Projektbeschrieb des medial vielbeachteten und hochgelobten Education-Projektes Wozzeck-reloaded aus dem Frühjahr 2011beschreiben. www.educationprojekte.ch/projekte/wozzeck-reloaded/bildgalerie/ Eine unromantische Innenansicht eines Projektes, das von erfahrenen Künstlern und Kunstvermittlern realisiert wurde - mit und vielfach gegen den Willen der beteiligten Schüler. Eine Einladung zur Diskussion.
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Gast des Monats

MARTIN FRANK
Theaterausbildung u.a. an der Theaterspielschule NRW. Seit 1986 als Theaterpädagoge tätig an Zentrum für Kinder und Jugendttheater der Stadt Stuttgart, an der Württembergischen Landesbühne Esslingen, am Staatstheater Braunschweig, am carrousel-Theater staatliches Kinder-und Jugendttheater Berlin und seit 1994 Leiter der Theaterpädagogik am Theater Basel. Juryvorsitz und künstlerische Leitung des Theatertreffens der Jugend Berlin. Mitinitiant des Spielplätz-Jugendclubtreffens der Schweiz. Spielleitung in über 40 Schultheaterprojekten, 5 Education-Projekten der Region Basel, in ca. 25 Jugendclubs sowie Regie im professionellem Schauspiel und an der Oper am Theater Basel. Diverse Dozententätigkeiten u.a. an der ZHDK, FHNW.
- eine Antwort auf den Beitrag von Maja Hartmann, der Lehrerin des Wozzek-Ensembles, von Martin Frank
Maja Hartmann und ich stehen in gutem direkten Austausch über das Projekt und seine Wirkung. Für die öffentliche Debatte scheint mir aus ihrer hier veröffentlichten Reaktion der Standpunkt der Lehrerin wichtig. Wichtig, weil sie sich vor die Klasse stellt und ihre Würde einfordert. Das ist es, was man sich als Projektleiter von einer Klassenlehrerin wünscht. Parteilichkeit für die Jugendlichen. Ihr Standpunkt ist beispielhaft zu nennen, denn er steht für eine Vertreterin einer Berufsgruppe, von der wir erwarten, dass sie nicht nur das Leistungsniveau der Jugend steigert, sondern deren Rückrat stärkt; sie in Gesellschaft und Kultur zu integrieren weiss. Dass sie sich vor eine – entschuldige Maja, ich sage es noch mal – „undankbare“ Gruppe stellt, zeigt, aus welchem Holz sie gemacht ist. Lehrerinnen und Lehrer in solchen berufsvorbereitenden Schulen sind nicht als Kulturvermittler ausgebildet und doch können sie Gold wert sein, wenn sie zwischen Kulturvermittlern und Schülerinnen und Schülern eine Kommunikation ermöglichen. Ja, das braucht es und dafür schätze ich deinen Beitrag an dieser Stelle.
Nun, auch wenn es sich für Maja nach einem resignativen Standpunkt anhörte, was ich hier beschrieb, sie weiss so gut wie alle im Projekt, dass es keine Resignation gab. Obwohl die Ausgangslage schwierig und jeder Probentag einen gewaltigen Kampf gegen Widerstände bedeutete. Ein Ringen um minimale Motivationsfortschritte bei den Jugendlichen, um das Wecken ihrer Neugierde und kulturellen Interessen aber auch ein persönlicher Kampf jedes einzelnen im Team um die eigene Durchhaltekraft. Jeder von uns hat weit mehr als 200 Stunden mit den Jugendlichen verbracht. Zeiten, die weit über das geplante Mass hinaus gingen. Klar, einfach weil wir an die Jugendlichen und die Sache glaubten egal mit welchen Haltungen sie uns begegneten. Ich habe den Beitrag dennoch so geschrieben und dabei wenig beschönigende Töne angeschlagen, weil die glamourösen Education-Projekte, die es zum Glück gibt, an den Veranstaltungsabenden leicht ein Trugbild erzeugen. Dasjenige einer harmonisierbaren Welt, einer hoffnungsvollen Kulturvermittlungsszene. Diesen Bemühungen bläst ein heftiger Wind entgegen. Durch Educationprojekte zwischen Jugendlichen niederer Bildungsschichten und solch hochstehenden Musikerensembles, durch die Konfrontation klassischer Bildungsgüter aus Literatur und Musik mit Jugendlichen aus dem Alltag zwischen Arbeitslosigkeit und Beschäftigung auf Probe am Kiosk wird die Kluft in der Gesellschaft erst deutlich. Gerade weil erfreulicherweise Mittel investiert werden, um Jugendliche an die Musik und Literatur einer Hochkultur heranzuführen wird klar, dass das beste Bildungsangebot scheitern könnte, wenn die Motivationspotentiale, Neugier, Selbstbewusstsein und Glaube in die eigenen Perspektiven erloschen sind, bevor es los geht. In der Schweiz gibt es auch in Sachen Kultur die Tatsache, dass Subventionen durch demokratische Volksbeschlüsse ermöglicht oder per Referendum verhindert werden können. Wenn man in der Vermittlungspraxis steht, wie unser Education-Team, das mit Schülerinnen und Schülern aller Schulgruppen arbeitet, zeigt sich ein bedenkliches Bild. Die Masse der Jugendlichen ist schwer zu solchen Projekten zu motivieren. Der Erfolg ist zwar gross, misst man ihn an der Bestärkung von Selbstbildern, an der emotionalen Erfahrung, des Ernst-Genommen-Werdens, wie ich es in der tränenreichen Begegnung der Jugendlichen mit der Sinfonietta schilderte. Er ist unbeschreiblich, wenn man ihn als Einschnitt in der kulturellen Biographie dieser jungen Erwachsenen betrachtet. Aber lassen wir uns bitte nicht täuschen, an einem basel-landschaftlichen Gymnasium fand vor dem Referendum zur Subventionserhöhung fürs Theater eine Probeabstimmung statt, bei der mehr als 60% der Gymnasiasten gegen Theatersubventionen votierten. Sie verstehen den Nutzen so sperriger Güter wie Theater längst nicht mehr. Sie rationieren, wie man es ihnen in anderen Bereichen ihrer Ausbildung tagtäglich abfordert. An anderen Schulen würde das nicht besser aussehen. Unsere Kultur kann sich nur halten und weiter entwickeln, wenn wir die kommenden Generationen motivieren, einbeziehen, ernst nehmen und fördern. Dafür sind die Kreativität und das Engagement von Menschen notwendig, die jetzt an der Kunst partizipieren. Von Education-Projekten wie Woyzeck können alle nur profitieren, egal was sie kosten. Das muss klar sein. Den Preis zahlen sowieso alle. Die Jugendlichen aus dem Projekt treffe ich bis heute. In der Tram oder am Kiosk, wo ich sie bis heute regelmässig besuche.
Die Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern birgt immer viel Ungewissheit. Wie werden sie reagieren, wenn sie das erste Mal auf das Orchester treffen? Schüchtern wir sie mit unserem Spiel ein oder ermutigen wir sie, über sich hinauszuwachsen und sich auf das grosse Bühnen- und Musikwagnis einzulassen? Ungeachtet dieser Bedenken verlief der Erstkontakt mit den Schülerinnen und Schülern äusserst erfreulich. Wir spielten ihnen ihre Musik vor – und sie hörten konzentriert und sichtlich bewegt zu. Auch bei den weiteren Proben und Vorstellungen hatten wir den Eindruck, dass hier Dinge zusammenkommen, die stimmig und richtig sind. Die selbst geschriebenen Songs der Schüler, aus denen ihre Wut, aber auch ihre Angst und ihre Verletzlichkeit sprechen, geben den Jugendlichen durch unser Spiel eine Stimme, um ihr Lebensgefühl und ihre Sehnsüchte auf der Bühne fühlbar und erlebbar werden zu lassen: Authentisch, unmittelbar und für Zuschauer und Musiker überaus bewegend. So bewegend, dass wir uns kurzfristig entschliessen, ihre Raps am Tag nach den Education-Aufführungen als Zugabe in unser reguläres Abonnementkonzert einzubauen. Auch hier überzeugen die Jugendlichen mit ihrem frischen, unmittelbaren Auftreten das Publikum. Ein Publikum, das sich nach einem fast zweistündigen Konzert zu grossem Jubel hinreissen liess.
Umgekehrt möchten wir im Namen unserer MusikerInnen festhalten, dass die Begegnung auch uns verändert, ja wachgerüttelt hat. In der Arbeit mit den Jugendlichen konnten wir beobachten, wie sie sich zunehmend gegenüber dem Orchester geöffnet haben. Innert einer Woche wurde die vermeintliche Kluft zwischen uns als „Hochkulturträger“ und den Jugendlichen überbrückt. Es war überaus bewegend, diesen Entwicklungsprozess von unserer Seite aus zu begleiten. Gleichzeitig wurden auch wir für die raue Lebenswirklichkeit und die Ängste der Jungendlichen sensibilisiert; eine Erfahrung, die das Publikum der Aufführung sicherlich geteilt hat.
Ungeachtet der offenbar äusserst schwierigen Vorarbeit, die vom Education-Team mit Bravour, viel Energie, Professionalität und Hingabe geleistet wurde, denken wir, dass wir als Orchester bei den Jugendlichen etwas ausgelöst haben. Dass die Begegnung mit der basel sinfonietta nicht spurlos an ihnen vorüber gegangen ist, dessen sind wir uns sicher. Die Tatsache, dass die Jugendlichen für das 40-minütige Education-Projekt vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben einen anspruchsvollen Probenprozess durchlaufen haben, an dessen Ende sie ein beachtliches Ergebnis vorweisen konnten, auf einer Bühne standen, ein Orchester aus nächster Nähe erleben durften, von einem begeisterten Publikum gefeiert wurden – spricht das nicht für den Erfolg des ganzen Unterfangens? Ist es nicht unsere Aufgabe als Kulturschaffende, immer wieder nach neuen und kreativen Möglichkeiten zu suchen, damit Jugendliche diese Erfahrungen erleben können?
Dabei ist uns natürlich klar, dass Education-Projekte keine alleinige Zauberformel sein können, um Jugendlichen Selbstbewusstsein, Sozialkompetenz, kulturelle Bildung und künstlerisches wie soziales Ausdrucksvermögen zu vermitteln. Aber auf jeden Fall sind die Projekte eine sinnvolle Möglichkeit, Bildung, Schule und Kultur miteinander zu verbinden – eine Synergie, die zu lange sträflich vernachlässigt wurde. Die prinzipielle Frage müsste daher lauten: Was wäre die bessere und nachhaltigere Alternative zu den Education-Projekten? Vorschläge sind jederzeit willkommen.
– Genauso wenig, wie meines Erachtens unromantisch zu einem Schulprojekt passt, wurde der Bericht von Martin Frank in Worte gefasst. Warum muss der Bericht so einen negativen Grundtenor erhalten?
Zu Beginn möchte ich kurz eine Fehlinformation ins rechte Licht rücken:
Die Jugendlichen meiner Vorlehre A-Klasse der Schule für Brückenangebote absolvieren ein dreitägiges Praktikum im Rahmen des Schuljahres und kommen zwei Tage/Woche in den Unterricht. Mögliche Lehrstellen fallen in den Bereich von Anschlusslösungen. In der Betonung des Portraits des Gastes des Monats müsste der Autor sein Klientel eigentlich besser kennen und wertschätzen.
Des Weiteren wurden überspitzte Bezeichnungen verwendet, die eher dem plakativen journalistischen Formulieren der Boulevardpresse angehören als dem Ausdruck eines Pädagogen. Kann man von SchülerInnen erwarten, dass sie die Abwechslung im Schulalltag geniessen? Soll man Jugendliche anprangern, die den Entschluss gefasst haben, jenseits ästhetischer Motive zu leben? Und muss man Jugendliche nötigen, solche Erfahrungen zu machen?
Willkommen im Beruf der Lehrperson, deren Kundschaft nicht der Elite angehört. Doch hätte der sog. Ernüchterungsbeitrag anderes geklungen, wenn es sich um eine Gymnasialklasse gehandelt hätte? Diese mögen zwar weniger „im Sieb hängen“ geblieben sein, doch wären sie wirklich motivierter gewesen? Konformer vielleicht; und hätten sich zu atonalen Klängen im Stadtkasino durchgebissen (fraglich, ob diese Gesichter weniger erleuchtet gewesen wären…).
Es braucht keiner diffamierenden, despektierlichen und diskriminierenden Beschreibungen meiner SchülerInnengruppe, die dem Bericht von Martin Frank den fahlen Beigeschmack verleihen. Dass der Text grösstenteils der Wahrheit entspricht, soll sicher nicht geleugnet werden. Ich appelliere hingegen an das Verständnis für Jugendliche, die einer Randgesellschaft angehören.
Migrationshintergrund geht einher mit sprachlichen Schwierigkeiten. Raptexte erfordern gute Deutschkenntnisse, dies sowohl sprachlich wie kognitiv. Syntax, Tiefe und Wortspiel überfordern bildungsarme Jugendliche. Zaghafte Reimversuche dürfen deshalb als realistisches Produkt angesehen werden. Die Klasse lebt auch nicht in einer ständigen Verweigerungsmentalität; die SchülerInnen sind sich einfach nicht gewohnt, dass sich jemand für sie interessiert. Ja, sie haben oft mangelndes Selbstvertrauen, sind schwierig und auch bockig. Sie haben vielmals nicht gelernt oder besitzen wenig Fähigkeit, sich mit Dingen, Personen und sich selber adäquat – und vor allem längerfristig - auseinander zu setzen. (Intrinsische) Motivation bezieht sich vielleicht auf die Ausübung musischer Talente. Und da sind Pädagogen gefordert! Im Bereich der Ausbildung wie im Theater. Unsere Aufgabe ist es u.a., Kompetenzen zu entdecken, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu definieren und reflektieren und auf die Jugendlichen zu übertragen. Es muss uns bewusst sein, dass eine offene Unterrichtsform wie die Projektarbeit viele SchülerInnen überfordert und sich Disziplinprobleme entwickeln. Aber es ist ein Erfolgserlebnis, wenn beschriebene Jugendliche plötzlich auf der Bühne stehen und für Geleistetes Applaus ernten. Dafür hat sich die Arbeit gelohnt! Nachhaltigkeit kausalisiert nicht unbedingt im Anschluss und Haltungen und Einstellungen ändern sich nicht emergent. Die grundlegende Frage ist wohl: Ist das Ziel der Weg oder ist der Weg das Ziel?
Unsere Leistungsgesellschaft orientiert sich an Resultaten. Auch ich muss mich bei der Arbeit immer wieder zusammen nehmen, nicht zu resignieren und aufzugeben. Doch man darf den Glauben an die Jugendlichen nicht verlieren - egal, welcher Altersgruppe, Ethnologie, Religion sie angehören und welchen Bildungsgrad sie besitzen -, und sie dort abholen, wo sie stehen. Ich wage zu behaupten, dass das Resultat des Education Projekts Wozzeck reloaded als Beweis genug dient (man siehe die Fotos), dass ein Projektbericht positiver abgefasst werden könnte, ohne dass man sich fragen muss, ob der Projektleiter den ganzen Prozess als nurmehr frustrierend empfunden hat. Als direkt Beteiligte weiss ich, dass wir es als ganz „normale“ heterogene Vorlehre A-Klasse ohne die tolle pädagogische Hilfe von Martin Frank kaum geschafft hätten. Er hat mir in der Rolle als Lehrerin sehr geholfen, die Eigenmotivation und Selbstständigkeit der Jugendlichen zu fördern, dass ebenfalls individuelle Stärken/Interessen entdeckt wurden und sich Selbstwertgefühl entwickeln konnte.
Es ist mir persönlich einmal mehr bewusst geworden, dass der Prozess des Entstehens viel Energie und Zeit benötigt. Meine lernmüden Lernenden mutieren nicht von passiven Stoffkonsumenten zu eigenaktiven Inhaltsentdeckern, nur weil vielleicht die Moral meines erhobenen Zeigefingers tropft oder weil Education Projekte viel Geld kosten. Der Weg der Jugendlichen des Anders-machen-müssen-als-vorher, den Entscheid für die Anstrengung vs. dem Konsum ist nicht einfach um- und durchzusetzen. Es braucht viel Anschubkraft, die (wie im Bericht geschildert) sehr ermüdend sein kann. Das Problem besteht darin, dass es meinen SchülerInnen grundlegend an der aktiven lustvollen Auseinandersetzung mit der Welt und sich selber fehlt. Ihr Leben wird von Defiziten dominiert, welchen sie zumal ständig in der Schule gegenüberstehen. Meine Aufgabe besteht darin, dass die jungen Menschen wieder Autonomie zugestanden bekommen, sich selbst als kompetent erleben können und in eine Gruppe eingebunden sind. Die Lernenden wurden gerade durch die Figuren im Stück Woyzeck zur Selbstbetrachtung veranlasst. Diese Reflexionsarbeit erforderte halt sehr viel Anregung, Unterstützung, Beharrlich- und Standfestigkeit. Doch die Jugendlichen sind einige Schritte weiter gekommen! Es wurde ihnen dank des Education Projekts die Möglichkeit eingeräumt, etwas zu können, zu wissen, zu erleben und mit anderen teilen zu können. Sie hängen nicht mehr im Sieb und die meisten haben eine Lehrstelle gefunden.
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